
MAJESTICA
Den Anfang des heutigen Abends machen MAJESTICA aus Schweden, auf die ich mich ganz besonders freue. Das große Backdrop ihres aktuellen, absolut großartigen Albums „Power Train“ ist bereits gespannt, während das Bahnhofs-Intro vom Band die Vorfreude im Publikum steigen lässt. Mit einem fließenden Übergang starten die Jungs schließlich direkt mit dem Titeltrack und haben die Meute vor der Bühne vom ersten Moment an im Griff! Majestica spielen Power Metal, wie Power Metal sein soll – hymnisch und energiegeladen. Ein absoluter Dopamin-Booster, sozusagen. Treibende Rhythmen, eingängige Melodien und epische Refrains sorgen dafür, dass die ersten Fäuste und Pommesgabeln schon nach wenigen Sekunden in die Höhe ragen. Die Schweden performen (wie erwartet) technisch absolut makellos und mit einer Spielfreude, die nicht zu toppen ist. Der sympathische Frontmann Tommy Johansson ist mit seiner charismatischen Ausstrahlung wie immer ein absoluter Hingucker. Der blonde Sänger und Gitarrist (vielen noch als ehemaliger Sabaton-Gitarrist oder durch seine glorreichen YouTube-Cover bekannt) wirkt auf der Bühne sichtlich in seinem Element. Mit Leichtigkeit wirbelt er über die Bühne und animiert das Publikum immer wieder zum Mitmachen. Das lassen wir uns natürlich nicht zweimal sagen, denn seine Begeisterung überträgt sich im Nu auf nahezu alle Anwesenden. Synchron ausgeführte Gitarrenbewegungen, technisch versierte Soli und immer wieder das schelmische Grinsen zwischen den Bandmitgliedern zeigen, wie viel Spaß die Jungs in den Backen haben. Auf der Setlist stehen sowohl Songs vom aktuellen Album, als auch Klassiker vom Debut „Above the Sky“. Nur die zweite Scheibe der Schweden, „A Christmas Carol“, wird diesmal nicht berücksichtigt, was leider auch wieder der viel zu kurzen Spielzeit geschuldet ist. Nach dem Sommer-Metal-Hit „Metal United“ ist leider viel zu schnell Schicht. Hoffentlich kommen Majestica nächstes Mal als Headliner in unsere Gefilde. Hier und heute kann ich nur eines sagen: das war „majepic“!
Setlist MAJESTICA
Power Train
Night Call Girl
Rising Tide
No Pain, No Gain
Above the Sky
Metal United
Outro (Alliance forever)
Nach dem epischen Happy-Metal-Auftakt von Majestica wird‘s deutlich düsterer in der Turbinenhalle. DOMINUM entführen uns in ihre ganz eigene Zombie-Welt. Das Konzept rund um den verrückten Wissenschaftler und seine untote Truppe zieht sich konsequent durch die gesamte Show und sorgt für einen spannenden Kontrast zum zuvor gehörten Power Metal. Mit Songs wie „Danger Danger“, „The Dead Don't Die“ und „Frankenstein“ präsentiert die Band um Frontmann Dr. Dead ihre Mischung aus modernen Metal-Hymnen, düsterer Atmosphäre und eingängigen Refrains. Der Sound ist druckvoll und glasklar, besonders die tiefen Frequenzen sind in der gesamten Halle deutlich zu spüren. Vor der Bühne indes wird ordentlich mitgesungen und -geklatscht. Auch wenn die musikalische Ausrichtung sicherlich Geschmackssache ist, kann man Dominum nicht vorwerfen, dass sie ihr Konzept nur halbherzig umsetzen. Die Band wirkt souverän und eingespielt, die Show sitzt perfekt und die Reaktionen im Publikum zeigen, dass sich die Jungs aus Nürnberg in den vergangenen Jahren eine treue Fangemeinde erspielt haben. Die Stimmung vor der Bühne reißt zu keinem Zeitpunkt ab. Ein Cover des Scorpions-Klassikers „Rock You Like A Hurricane“ kommt besonders gut, bevor Dominum mit „Immortalis Dominum“ ihren gelungenen Auftritt beschließen und die Bühne für Battle Beast freimachen!
Setlist DOMINUM
Danger Danger
Killed By Life
The Dead Don’t Die
Frankenstein
We Are Forlorn
Don’t Get Bitten By The Wrong Ones
Rock You Like A Hurricane (Scorpions Cover)
We All Taste The Same
The Chosen Ones
Immortalis Dominum
BATTLE BEAST
Als schließlich die Lichter ausgehen und der Headliner BATTLE BEAST die Bühne betritt, wird sofort klar, warum die Finnen inzwischen problemlos große Hallen füllen. Die Entwicklung der Band ist beeindruckend. Wer sie vor einigen Jahren noch in deutlich kleineren Clubs erlebt hat, kann heute sehen und hören, welchen Schritt sie unterdessen gemacht haben. Die Turbinenhalle ist auf jeden Fall proppenvoll und vom ersten Ton an liegt eine besondere Spannung in der Luft. Mit „Straight To The Heart“ und „Master Of Illusion“ legt die Band direkt los und hat das Publikum sofort auf ihrer Seite. Über den gesamten Abend hinweg wechseln sich Klassiker und Tracks vom aktuellen Album „Steelbound“ ab. Songs wie „Last Goodbye“ oder „Twilight Cabaret“ indes sorgen für Abwechslung auf der Setlist. Gerade Letzteres entwickelt sich auch live zu einem echten Highlight und wird von den Fans begeistert abgefeiert. Im Mittelpunkt steht ganz klar die charismatische Frontfrau Noora Louhimo. Mit ihrer gewaltigen Stimme, ihrer Ausstrahlung und ihrer sympathischen Art zieht sie die Aufmerksamkeit immer wieder auf sich. Zwischen den Songs sucht sie den Kontakt zum Publikum, scherzt über ihren ganz eigenen Tanzstil und sorgt dafür, dass die Stimmung zu keiner Zeit abreißt. Auch optisch kann sich dieser Auftritt durchgehend sehen lassen. Die Lighshow setzt die Songs perfekt in Szene, der Sound ist genau wie bei den ersten beiden Bands absolut perfekt und das Bühnenbild rundet das Gesamtpaket ab. Während bei „King For A Day“ die gesamte Halle mitsingt und „Wings Of Light“ schließlich für einen würdigen Abschluss sorgt, wird noch einmal deutlich, was für eine starke Liveband Battle Beast inzwischen sind! Was an diesem Abend allerdings noch niemand ahnt: Nur ein paar Tage später verkündet die Band den Ausstieg von Noora Louhimo nach 13 gemeinsamen Jahren. Damit wird die Show in Oberhausen rückblickend zu etwas ganz Besonderem. Wir haben hier den letzten Deutschland-Auftritt dieser Besetzung erlebt, ohne zu wissen, dass wir gerade ein kleines Stück Battle-Beast-Geschichte miterleben. Fazit: ein emotionaler und mehr als würdiger Schlusspunkt unter einer starken Tour!
Setlist BATTLE BEAST
Straight To The Heart
Master Of Illusion
Last Goodbye
Here We Are
No More Hollywood Endings
Eye Of The Storm
Blood Of Heroes
Where Angels Fear To Fly
Watch The Sky Fall
Twilight Cabaret
Bastard Son Of Odin
Angel Of Midnight
Steelbound
Eden
The Long Road
King For A Day
Wings Of Light