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Majestica



Beim ROCKHARZ 2026 treffen wir Chris Davisson und Petter Hjerpe von MAJESTICA zum entspannten Gespräch. Dabei geht es natürlich um neue Musik, aber auch um WIZDOOM, die DOOM LOUNGE, verrückte Festivalerlebnisse und Petters zweite große Leidenschaft: die Malerei.


 

Ganz so schnell wie gedacht geht die Fahrt zum ROCKHARZ dann doch nicht. Eigentlich rechnet Bassist Chris Davidsson mit ungefähr einer Stunde vom Flughafen bis zum Festivalgelände, am Ende werden daraus zweieinhalb. Das Navi behauptet zwischendurch beharrlich, dass das Ziel längst erreicht sei. „Around here you never know what GPS says“, stellt er irgendwann trocken fest.

 

Ein passender Einstieg für ein Gespräch, in dem sich schnell offenbart, dass auch bei MAJESTICA nicht immer alles nach Plan läuft. Das nächste Album ist beispielsweise für 2027 angepeilt. „Very rough“, betont Chris allerdings sofort. Vielleicht innerhalb der nächsten zwölf Monate, vielleicht dauert es länger. Ganz festlegen will er sich lieber nicht.

 

Fest steht dagegen, dass der Nachfolger von Power Train nicht einfach „Power Train Part 2“ werden soll. Während das aktuelle Album noch einer Art übergeordnetem Konzept folgt und durch die verschiedenen Gruppen, die im Zug sitzen, die einzelnen Songs miteinander verbindet, wollen MAJESTICA diesmal neue Wege ausprobieren. Sie haben in den vergangenen Jahren zahlreiche neue Inspirationen gesammelt und wollen herausfinden, was sich daraus entwickeln lässt.

 

Sieben bis zehn Songs existieren bereits im Ansatz, komplett fertig ist davon allerdings noch nichts. Die Aufnahmen sollen trotzdem „very, very soon“ beginnen. Wer MAJESTICA kennt, darf also durchaus gespannt sein, in welche Richtung die Reise diesmal geht!

 

Beim Songwriting bleibt Frontmann und Mastermind Tommy Johansson indes der Hauptverantwortliche. Die Grundlagen der meisten Songs stammen von ihm, auch Musik und Texte schreibt er häufig selbst. Ganz so strikt ist die Aufgabenverteilung allerdings nicht. Je nach Thema bringen auch die anderen Mitglieder ihre Ideen ein.

 

Und genau diese unterschiedlichen kreativen Seiten der Musiker sind auch abseits von MAJESTICA interessant.

 

Chris, der Meister der tiefen Saiten, hat mit der Epic-Doom-Band WIZDOOM ein weiteres Projekt am Start und in seiner berühmten „DOOM LOUNGE“ über längere Zeit regelmäßig auf YouTube gestreamt. Inzwischen ist es dort ruhiger geworden. Der Grund ist denkbar einfach: Es gibt zu viel zu tun. Touren, MAJESTICA, neue Musik, Planung, Merchandise und dazu noch die ganzen anderen musikalischen Aktivitäten. Auch bei THERION ist Chris live am Bass unterwegs.

 

Die DOOM LOUNGE soll aber nicht endgültig verschwinden. Wenn die Festivalsaison vorbei ist und wieder etwas Luft entsteht, möchte Chris zu den Streams zurückkehren. Gerade das Unberechenbare daran gefällt ihm. Beim Livestream weiß man schließlich genauso wenig wie bei einem Konzert, was in der nächsten Stunde passieren wird. Dazu kommt der Kontakt zu den Fans. Aus regelmäßigen Livestream-Teilnehmern sind über die Zeit bekannte Gesichter und Namen im Chat geworden.

 

Auch bei WIZDOOM ist neues Material in Arbeit. Wann es damit weitergeht, ist allerdings noch offen. 2027 könnte dafür möglicherweise noch zu früh sein.

 

Saitenhexer Petter Hjerpe geht derweil einen ganz anderen Weg, um den Kopf frei zu bekommen. Er malt.

 

Seine Begeisterung für die Malerei beginnt unter anderem mit klassischer Metal-Kunst. Künstler wie Andreas Marschall und die Artworks von Bands wie HAMMERFALL oder IN FLAMES hinterlassen bei ihm Eindruck. Irgendwann entsteht daraus der Wunsch, selbst eine Fantasy-Welt zu erschaffen und eigene Bilder zu malen.

 

Heute ist die Malerei für ihn gleichzeitig eng mit der Musik verbunden und deren komplettes Gegenteil. Gerade nach einem hektischen Leben in der Metalszene genießt er es, Zeit in der Natur zu verbringen, sich in Gedanken zu verlieren und einfach zu malen. Während die Musik laut, schnell und oft ziemlich chaotisch ist, bietet ihm die Malerei einen Ort, an dem er zur Ruhe kommen kann.

 

Dass daraus irgendwann auch ein YouTube-Kanal entsteht, ist fast schon logisch. Petter malt ohnehin viel und fragt sich irgendwann, was er davon mit den Fans teilen könnte. Dazu kommt seine Begeisterung für Bob Ross. Warum also nicht selbst Videos machen, nur eben auf seine eigene Art? Aus dieser Idee entsteht sein eigener YouTube-Kanal.

 

Auch für MAJESTICA hat Petter bereits eigene Skizzen und Ideen angefertigt. Ob daraus irgendwann tatsächlich ein komplettes Artwork entsteht, bleibt offen. Schließlich kostet auch dies Zeit, und davon ist bei einer Band wie MAJESTICA nicht gerade unbegrenzt vorhanden. Manchmal sei es sogar besser, das Artwork jemand anderem zu überlassen und sich selbst ganz auf die Musik zu konzentrieren.

 

Überhaupt scheint das Thema Zeit bei MAJESTICA gerade allgegenwärtig zu sein. Die Band hat viel vor. Eine eigene Headliner-Tour steht ganz oben auf der Wunschliste. Dazu kommt der Wunsch, endlich eine größere Tour durch die USA zu spielen. Einzelne Shows dort haben sie bereits gemacht.

 

Und dann wäre da noch ein ziemlich großer Traum: eine MAJESTICA-Show mit Orchester.

 

Dass Chris grundsätzlich keine Angst vor großen Ideen hat, beweist auch eine seiner Geschichten über 70K TONS OF METAL. Bei der letzten Ausgabe, auf der MAJESTICA als letzte Band des gesamten Cruises spielten, war von einem normalen Konzertbetrieb nicht mehr viel übrig. Dinosaurier, Drachen, Minecraft-Schwerter, STAR-WARS- und DEADPOOL-Kostüme und ungefähr zehn riesige Dinosaurierkostüme auf einmal. Ganz normaler Metal-Kreuzfahrt-Wahnsinn also.

 

Noch eine Spur absurder wird es bei der Erinnerung an einen Auftritt beim OBSCENE EXTREME. Dort kann das Publikum bekanntlich auch mal auf der Bühne landen. Während Chris gerade versucht, beim Headbangen besonders cool auszusehen, kommt ein Zuschauer zu ihm, macht genau dasselbe und zieht plötzlich seine Hose herunter. Chris steht währenddessen weiterhin auf der Bühne, versucht weiterzuspielen und sich möglichst nichts anmerken zu lassen.

 

„What the fuck is going on right now?“

 

Eine durchaus berechtigte Frage.

 

Solche Geschichten passen ziemlich gut zu einer Band, die offensichtlich noch einiges vorhat. MAJESTICA wollen sich mit dem neuen Album nicht wiederholen, sondern etwas ausprobieren. Chris möchte mit WIZDOOM weitermachen und irgendwann die „DOOM LOUNGE“ wiederbeleben, Petter malt weiter und irgendwann soll auch der Traum von einer großen MAJESTICA-Show mit Orchester Realität werden.

 

Wann genau all das passiert, weiß momentan allerdings niemand so ganz genau. 2027 ist schließlich noch eine Weile hin!

 

Chris hat für die Fans deshalb vor allem eine Botschaft: Es kommt eine spannende Zeit auf sie zu. Und dass MAJESTICA in den vergangenen Jahren immer weiter gewachsen sind, führt er nicht zuletzt auf die Unterstützung ihrer Fans zurück!

Come To The SUMMER BREEZE Open Air!